Für Polina von Takis Würger
In der Literatur gibt es Heimwehgebäude. Gebäude, die man nie gesehen hat, und in denen man niemals war. Trotzdem sehnt sich nach ihnen zurück, man besucht sie immer wieder, zwischen den Buchdeckeln. Und hat jedes Mal das Gefühl, nach Hause zu kommen. Auch in Takis Würgers neuem Roman „Für Polina“ steht ein solches Gebäude. Es ist eine halb verfallene 20-Zimmer-Villa aus dem 19. Jahrhundert, einsam gelegen, mitten im Moor, im niedersächsischen Naturschutzgebiet.
Hier werden Hannes und Polina, die innerhalb weniger Stunden im selben Krankenhaus zur Welt kamen, erwachsen. In der Villa entdeckt Hannes ein Klavier und die Musik – er ist, wie sich herausstellt, ein „Wunderkind“ – und die Liebe zu Polina. Um dann, auf Seite 95, all das auf einen Schlag zu verlieren.
Gibt es einen Weg zurück? „Für Polina“, so benannt nach der Melodie, mit der Hannes Polinas ganze Seele in Musik fasst, ist viel mehr als nur eine Liebesgeschichte. Es geht um Wahlverwandtschaften, um die Kunst, aus wenig viel zu machen, um die Kraft der Freundschaft, des sich neu Entwerfens. Ein Pageturner!